Wenn die Hallertau nach Hopfen duftet

PDC Tourism • 6. Oktober 2026

Wenn die Hallertau nach Hopfen duftet

Rückblick auf die Hopfenernte 2026

Ende August liegt ein würziger, leicht harziger Duft über der Hallertau. Traktoren rattern zwischen den Hopfengärten und den Höfen hin und her, aus den Darren steigt warme Luft. Es ist Erntezeit im größten zusammenhängenden Hopfenanbaugebiet der Welt.

Auch in diesem Jahr kamen wieder viele Gäste zu uns, aus ganz Deutschland und aus aller Welt. Sie alle wollten mit eigenen Augen sehen, wie aus der grünen Dolde die Seele des Bieres wird. Und der Himmel meinte es gut mit uns: Die ganze Saison über war das Wetter traumhaft, die Ernte lief reibungslos.

Ob privat oder mit dem Reisebus: Unsere Führungen begleiten wir immer persönlich. Private Gäste erleben die Ernte ganz exklusiv im kleinen Kreis. Und auch zahlreiche Busgruppen haben in diesem Jahr das komplette Programm durchlaufen. Dank professioneller Führung und durchdachter Organisation bekommt jeder einen echten Einblick und ein rundum schönes Erlebnis. So bleibt Zeit für Fragen, für Gespräche mit den Hopfenbauern und dafür, selbst mit anzupacken.

Vom grünen Gold und seiner Geschichte

Jeder Erntetag beginnt mit einem Kennenlernen. Bevor es aufs Feld geht, erzählen wir unseren Gästen von der Hallertau, ihrer Landschaft und ihren Menschen. Und von einer Pflanze, die hier seit Jahrhunderten das Leben prägt.

Tiefer in die Geschichte tauchen wir im Deutschen Hopfenmuseum ein. Hier wird anschaulich, wie der Hopfen den Weg ins Bier fand und wie sich der Anbau über die Zeit verändert hat. Viele Gäste staunen, wie viel Handarbeit früher in jeder einzelnen Dolde steckte.

Zum Mittagessen kehren wir in einer historischen Brauerei ein. Bei bayerischer Küche und einem frischen Bier wird schnell klar, wofür all der Aufwand draußen auf den Feldern betrieben wird.

Mittendrin auf dem Hopfenhof

Am Nachmittag öffnet uns eine Hopfenbauernfamilie ihren Hof. Hier wird nicht vorgeführt, hier wird gearbeitet, und wir sind mittendrin. Ein Traktor nach dem anderen fährt ein, beladen mit frischen Reben, und lädt seine grüne Fracht ab.

Die Erntehelfer hängen die meterlangen Reben in die Pflückmaschine ein. Ratternd zieht die Maschine sie hindurch und trennt die Dolden von Blättern und Stielen. Am Ende laufen nur noch die hellgrünen Zapfen über das Förderband.

Der große Moment an der Darre

Weiter geht es hinauf auf die Darre. Oben wird der frische Hopfen eingefüllt, während an anderer Stelle bereits getrockneter Hopfen herausgeholt wird. Und dann kommt der Moment, auf den alle warten: Der Schuber geht auf, und der warme, trockene Hopfen kommt zum Vorschein. Der Duft ist überwältigend, jedes Mal ein Highlight der Tour.

Zuschauen allein muss niemand. Wer möchte, probiert sich selbst an den Arbeitsschritten, hängt Reben in die Maschine ein oder hilft dabei, den getrockneten Hopfen zu verräumen. Spätestens jetzt riecht jeder Gast nach Hopfen, und genau so soll es sein.

Sieben Meter über dem Hopfengarten

Zum Abschluss geht es hinaus in die Hopfengärten. Direkt an der Pflanze erklären wir, wie Hopfen kultiviert wird: wie er an den Drähten emporrankt und was es braucht, bis er erntereif ist.

Ganz nah dürfen unsere Gäste dem Traktor beim sogenannten Abreißen zusehen. Dabei werden die Reben oben vom Gerüst gerissen und unten abgeschnitten, um dann direkt auf den Hänger zu fallen. Wer mutig ist, steigt sogar hinauf auf die Hopfenkanzel, mehr als sieben Meter über dem Boden. Von dort oben sieht die Hallertau noch einmal ganz anders aus.

Am Ende des Tages lädt der Hopfenbauer zu einem kühlen Bier ein. Nach all den Eindrücken schmeckt es besonders gut, denn jetzt weiß jeder, wie viel Arbeit in einem einzigen Schluck steckt.

Die Bilanz der Saison

So schön das Erntewetter war, ganz spurlos ist der Sommer nicht am Hopfen vorbeigegangen. Es war ein Extremsommer, und das spürt man: Menge und Qualität liegen klimabedingt unter dem Vorjahr. Für unsere Gäste war das ein spannender Einblick, wie eng die Arbeit der Hopfenbauern mit Wetter und Klima verknüpft ist.

Was bleibt, sind viele Begegnungen, neugierige Fragen und begeisterte Gesichter. Ob am Schuber der Darre oder oben auf der Hopfenkanzel: Die Hopfenernte ist ein Erlebnis, das man mit allen Sinnen erfährt und so schnell nicht vergisst.

Schon an nächstes Jahr denken

Die nächste Ernte kommt bestimmt, und wir freuen uns schon jetzt auf neue Gäste aus nah und fern. Wer 2027 dabei sein möchte, ob privat oder mit der ganzen Gruppe, sollte frühzeitig planen, denn die Erntezeit ist kurz.

Und wer noch mehr von der Hallertau entdecken möchte, wird bei unserer zweiten Marke fündig. Auf visithallertau.de gibt es viele weitere Erlebnisse rund um Bier und Hopfen, für alle, die in der Hallertau etwas erleben wollen.


Alle Infos zum Hopfenerlebnis finden Sie unter pdc-tourism.de/hopfenerlebnis-hallertau sowie www.visithallertau.de

Fragen beantworten wir gern unter 08752 25 44 858.

Hopfenkanzel beim Hopfenbauern
von PDC Tourism • 6. Oktober 2026
Mit dem E-Bike unterwegs auf Elba
Radfahren Ägäis, Griechenland
30. Oktober 2025
Die Kykladeninsel Naxos gehört nicht zu den bevorzugten Zielen deutscher Pedaleure. Auf dem Eiland zwischen Mykonos, Amorgos und Santorin frönen Urlauber eher dem süßen Nichtstun ,Baden und Segeln, in Ausnahmefällen wird in den bis zu 1000 Metern Höhe aus dem Meer aufragenden Bergen gewandert. Radler sieht man kaum. Doch überraschenderweise finden sich ein halbes Dutzend Fahrradverleiher auf der Insel und am Hafen steht sogar eine Ladestation für Pedelecs. Das Portfolio der Verleiher ist eher auf Spaß-Biker ausgerichtet, die mit kleinen , extrem schweren „Fatbikes“ mal schnell zu den vielen wunderschönen Sandstränden sausen möchten, Bergfreunde finden mit Glück auch das eine oder andere MTB mit Stromantrieb. Auf längeren Touren über die bergige Insel geht schon mal der Saft aus, die Streckenkalkulation ist schwierig-aufgrund der nicht immer transparenten Wattstundenangaben belassen wir es lieber bei Ausflügen unterhalb der 50-km-Grenze, sicher ist sicher. Und wenn der unterschiedliche Zustand der Räder mal eine Reparatur erzwingt, dann ist Geduld gefragt. Auf Naxos zu radeln erfordert also etwas Abenteuergeist und Zeit. Doch beides wird reich belohnt. Zum „Paradies“ am Strand Etwa durch die Panoramafahrt entlang der Westküste, von den Graffiti-Ruinen auf den Felsen von Alykos weit im Süden bis hinauf zu den sanften Gestaden von Prokopios im äußersten Westen. Während wir in Alykos allein durch die geisterhaften Überreste eines geplanten Hotelbaus streifen und über die wandhohen Graffiti von Künstlern aus aller Welt staunen und rätseln, rauscht die Ägäis mit dem Wind um die Wette, Zikaden zirpen in der Mittagshitze, ein Milan kreist hoch über der Zedern-Macchia. Kleine Buchten verlocken zum Baden, auch in der Hochsaison ist hier wenig los. Auf der Küstenstraße knirscht der Flugsand unter unseren Fatbikes, wir sind froh über den eingebauten Rückenwind. Am Strand von Mikri Viglia steigen wir aus dem Sattel: hier bläst der Wind derart stark, daß sich zahlreiche Kite-Surfer in und über der Gischt wie Artisten produzieren können. Der Grieche direkt am Strand Gemächlich rollen wir weiter, über Plaka und Maragas , immer am Meer, direkt hinter den kleinen Dünen. In Maragas wird Mittagspause gemacht, die „Taverna Paradiso“ ist seit 45 Jahren in Familienbesitz, ihre Tische stehen zum Teil unter zwei uralten knorrigen Tamarisken direkt am Strand, der Blick geht hinüber zur naheliegenden Nachbarinsel Paros. Griechenland wie aus dem Bilderbuch. Der Linienbus hält vor der Taverne, die mit ihren frisch gekochten Spezialitäten den ganzen Tag über Gäste anzieht. Dolmades,der mit wohlschmeckenden,lauwarmen Inselkartoffeln servierte Naxos-Salat, die Klassiker von der gefüllten Tomate bis zum gegrillten Tintenfisch, alles lecker. Auch beim Nachbarn „Manolis“ stehen die Tische gerade mal ein paar Meter weg von der Brandung: dort lässt es sich auch herrlich entspannt frühstücken. Und bei „Spiros“ am Strand von Prokopios wird flugs die ganze Familie aktiviert, um durstige und hungrige Radfahrer im Handumdrehen zu versorgen. Gastfreundschaft ist den Griechen nach wie vor sehr wichtig. Tempel und tote Riesen Eher einsam ist es am Tempel der Demeter, der sagenhaften Göttin der Fruchtbarkeit und Landwirtschaft. Der Schwester des Zeus wurde einst in der Einöde südlich von Sangri gehuldigt, die Überreste des eindrucksvollen Tempels werden sehr ansprechend präsentiert, der Weg dorthin führt für Radler durch abgelegene Dörfer und über kurvige Sträßchen . Das gilt auch für unsere Tour hinauf in die Berge. Diese wachsen terrassenartig aus dem Inselinnern nach oben, daß der höchste Punkt genau 1001 Meter mißt, ahnt man bei der Anfahrt nicht. Man spürt die Berge aber in den Beinen . Trotz Ebike muß man ordentlich in die Pedale treten. Ein Stopp beim darniederliegenden Marmorjüngling Kouros im herrlich grünen Tal von Flerio kommt da gerade richtig. Der über fünf Meter große Riese ruht unter schattigen Platanen und Feigen, wieder zirpen die Zikaden, irgendwo plätschert es, es duftet nach Orangen und Zitronen… Ein Likörchen kann keiner verwörchen Über Melanes strampelt und schnauft das Bayern-Peloton hinauf ins Dorf Chalki, längst zum beliebten Ausflugsziel geworden. Pittoreske Gassen, viele Blumen, urige Kafenions, die bekannte Kitro-Destillerie der Familie Vallindras – Chalkli hat einiges zu bieten. Der Kitro-Likör wird aus den Blättern des immergrünen dornigen Kitro-Baum hergestellt und in drei Farbvarianten verkauft,je nach Alkoholgehalt. Stilvoll genießen ihn die Insulaner im Kitron-Cafe am Hafen von Naxos, wo es bis weit nach Mitternacht selbst an herbstlichen Abenden rund geht. Mit 60 Sachen den Berg hinab Wir gehen früher ins Bett, denn wir möchten noch die Nordküste erleben. Von der Chora, dem zitadellengekrönten Hauptort von Naxos, pedalieren wir windumtost auf kurviger Straße hoch über der brüllenden Brandung entlang. Ziegen und Schafe schauen verdutzt auf die buntgekleidete Menschenschlange,die sich schließlich auf Serpentinen hinab ins fruchtbare Tal von Engares stürzt. Der Tacho zeigt über 60 Kmh an , das Adrenalin schießt ins Blut, die Menge jauchzt. Über staubige Feldwege und durch dichte Schilfwälder hoppeln wir zum Strand von Amitis. Die dortige „Tropical-Bar“ ist nur im Hochsommer geöffnet, jetzt pfeift der Wind über den Tresen, wütend verteidigt von einem riesigen schwarzen Hund. Gottseidank hält ihn eine Kette von weiteren Aktionen ab… So können wir von der Kapelle Agios Georgios auf einer Klippe hoch überm weiten Strand aus ganz entspannt die wilden Wellen beobachten. Mit Stufe „Sport“ zur „Erleuchteten“ Auf dem Rückweg in die Chora klettern wir noch die engen Serpentinen hinauf zum Kloster Chrisostomos. Da schalten wir auf Stufe „Sport“ und lenken besonders vorsichtig. Doch die Mühe lohnt sich, das Panorama ist unbeschreiblich. Ohne Helm, mit bedeckten Schultern und Knieen betreten wir das Kloster, in dem nur noch eine Nonne die Stellung hält. „Fotini“ (dt. „Die Erleuchtete“) heißt die junge Frau, die uns die Geschichte dieser wie eine Festung an den Berg geklebten Kirchen-Burg erzählt. Ob sie denn auch mal Fahrrad fährt, will jemand von ihr wissen. Da lacht Fotini und schüttelt den Kopf: „Nein, auf Naxos radelt doch niemand. Beim Studium in Athen,ja, da nehme ich oft das Rad.“
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