Inselradeln Elba zwischen Macchia und Meer

PDC Tourism • 6. Oktober 2026

Mit dem E-Bike unterwegs auf Elba


Rosmarin, Ginster, ein Hauch Salz in der Luft: Auf dem Rad riecht man Elba, bevor man es richtig sieht. Die drittgrößte Insel Italiens liegt vor der toskanischen Küste und gehört zum Nationalpark Toskanischer Archipel. Badegäste kennen ihre Sandstrände, Wanderer den Monte Capanne. Radler dagegen entdecken eine Insel, die mit jeder Kurve ein neues Gesicht zeigt.

Eine Woche im Mai ist unsere Gruppe hier unterwegs. Fünf Radtage, rund 190 Kilometer und knapp 3.800 Höhenmeter liegen vor uns. Das klingt sportlich, doch der eingebaute Rückenwind des E-Bikes macht aus Pflicht Genuss. Unser Basislager ist das Hotel Montecristo in Marina di Campo, direkt an einem der längsten Sandstrände der Insel.


Napoleon lässt grüßen

Am ersten Radtag starten wir am Fuß der Medici-Festungen von Portoferraio. Cosimo I. ließ sie im 16. Jahrhundert errichten, um die Stadt vor Piraten zu schützen. Die Küstenstraße führt uns zur Villa San Martino, wo Napoleon während seines Exils die Sommer verbrachte.

Dann wird es grün. In Serpentinen kurbeln wir hinauf auf die Halbinsel Capo d'Enfola, die nur ein 70 Meter schmaler Landstreifen mit dem Rest der Insel verbindet. Links liegt die wilde Nordseite, rechts der geschützte Golf von Viticcio, die letzten Kilometer knirscht Schotter unter den Reifen. 28 Kilometer zum Eingewöhnen.


Bis nach Korsika reicht der Blick

Von der Uferpromenade in Marciana Marina geht es gleich bergauf, hinein in die dichten Wälder des Monte-Capanne-Massivs. Bei Marciana Alta ist der höchste Punkt des Tages erreicht, tief unten glitzert das Meer. Auf kurvigen Sträßchen weichen Steineichen und Kastanien allmählich der kargen Macchia.

Die Küstenstraße im Westen ist der Höhepunkt. Hoch über dem Wasser schweift der Blick bei klarem Wetter bis Korsika. Über die stillen Orte Chiessi und Pomonte, vorbei an den Stränden von Fetovaia und Cavoli, rollen wir zurück nach Marina di Campo.


Die Insel aus Eisen

Der Nordosten ist Elbas raue Seite und seit der Antike Bergbauland. Schon die Etrusker schätzten das Eisen von hier, der alte Inselname Ilva bedeutet genau das. Erster Halt ist das Castello del Volterraio, das älteste Bauwerk der Insel.

Unter alten Pinien erreichen wir Rio nell'Elba, im 12. Jahrhundert von den Pisanern befestigt und Heimat des einzigen historischen Waschhauses der Insel. In Cavo bauten sich Minenbesitzer einst prächtige Villen, das Festland liegt nur zehn Kilometer entfernt. Im bunten Hafen von Rio Marina legte 1981 das letzte Erzschiff ab.

Nach einem Abstecher zur Einsiedelei Santa Caterina, einem stillen Ort voller Legenden, endet die Etappe in Porto Azzurro. Die Spanier gründeten den Ort als Forte Longone, seit 1947 heißt er „Blauer Hafen“. Nach 45 Kilometern und 840 Höhenmetern ist die Promenade genau der richtige Ort zum Durchatmen.


Einmal quer über die Insel

Heute geht es direkt vor der Hoteltür los. Der erste Anstieg führt zu den Bergdörfern San Piero und Sant'Ilario in Campo mit ihren schmalen Gassen. Danach rauschen wir hinab in die Ebene von Campo, wo Elbas einziger Flugplatz liegt.

Über die sanften Hügel am Monte San Martino erreichen wir Lacona mit seinem breiten Sandstrand. Durch Weingärten und Olivenhaine geht es nordwärts, bis nach dem letzten Anstieg nur noch die lange Abfahrt nach Portoferraio wartet.


Königsetappe am Monte Capanne

Zum Finale wartet die längste Runde: 51 Kilometer und über 1.100 Höhenmeter rund um den 1.019 Meter hohen Monte Capanne, den höchsten Gipfel des ganzen Archipels. Erstes Ziel ist Poggio, ein Bergdorf auf einer Hügelkuppe in 350 Metern Höhe. Von der Piazza schauen wir hinab auf Marciana Marina und das Capo d'Enfola, wo unsere Radwoche begann.

Durch Kastanien- und Kiefernwälder geht es am Monte Perone vorbei, stille Waldstücke wechseln mit spektakulären Ausblicken. In Serpentinen stürzt sich die Straße hinab nach Sant'Ilario, über Procchio an der Nordküste kehren wir nach Portoferraio zurück. Küste, Berge, Kultur und Natur: Dieser Tag fasst Elba noch einmal zusammen. Und das Beste kommt zum Schluss.


Ein Glas Inselsonne

Den krönenden Abschluss des letzten Radtags bildet unser Besuch im Weingut Acquabona. Es liegt zwischen Portoferraio und Porto Azzurro, auf einem Gutshof aus dem 18. Jahrhundert, wo früher eine Süßwasserquelle sprudelte.

Seit 1986 führen drei befreundete Agronomen das Gut. Sie setzen konsequent auf Elbas alte, heimische Rebsorten und auf die traditionelle Inselweinkultur. Rund 18 Hektar Reben gehören dazu, ein Teil davon auf wiederhergestellten Terrassen bei Lacona, durch das uns auch die Inselquerung führt.

Der Winzer und seine Frau nehmen sich persönlich Zeit für uns und führen selbst durch die Weinprobe. Berühmt ist Acquabona für seinen Aleatico dell'Elba, einen Süßwein aus sonnengetrockneten Trauben. Nach 51 Kilometern und über 1.100 Höhenmetern schmeckt jedes Glas doppelt gut, ein schöneres Finale für unsere Radwoche können wir uns kaum vorstellen.

E-Bike Elba
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Und wenn der unterschiedliche Zustand der Räder mal eine Reparatur erzwingt, dann ist Geduld gefragt. Auf Naxos zu radeln erfordert also etwas Abenteuergeist und Zeit. Doch beides wird reich belohnt. Zum „Paradies“ am Strand Etwa durch die Panoramafahrt entlang der Westküste, von den Graffiti-Ruinen auf den Felsen von Alykos weit im Süden bis hinauf zu den sanften Gestaden von Prokopios im äußersten Westen. Während wir in Alykos allein durch die geisterhaften Überreste eines geplanten Hotelbaus streifen und über die wandhohen Graffiti von Künstlern aus aller Welt staunen und rätseln, rauscht die Ägäis mit dem Wind um die Wette, Zikaden zirpen in der Mittagshitze, ein Milan kreist hoch über der Zedern-Macchia. Kleine Buchten verlocken zum Baden, auch in der Hochsaison ist hier wenig los. Auf der Küstenstraße knirscht der Flugsand unter unseren Fatbikes, wir sind froh über den eingebauten Rückenwind. Am Strand von Mikri Viglia steigen wir aus dem Sattel: hier bläst der Wind derart stark, daß sich zahlreiche Kite-Surfer in und über der Gischt wie Artisten produzieren können. Der Grieche direkt am Strand Gemächlich rollen wir weiter, über Plaka und Maragas , immer am Meer, direkt hinter den kleinen Dünen. In Maragas wird Mittagspause gemacht, die „Taverna Paradiso“ ist seit 45 Jahren in Familienbesitz, ihre Tische stehen zum Teil unter zwei uralten knorrigen Tamarisken direkt am Strand, der Blick geht hinüber zur naheliegenden Nachbarinsel Paros. Griechenland wie aus dem Bilderbuch. Der Linienbus hält vor der Taverne, die mit ihren frisch gekochten Spezialitäten den ganzen Tag über Gäste anzieht. Dolmades,der mit wohlschmeckenden,lauwarmen Inselkartoffeln servierte Naxos-Salat, die Klassiker von der gefüllten Tomate bis zum gegrillten Tintenfisch, alles lecker. Auch beim Nachbarn „Manolis“ stehen die Tische gerade mal ein paar Meter weg von der Brandung: dort lässt es sich auch herrlich entspannt frühstücken. Und bei „Spiros“ am Strand von Prokopios wird flugs die ganze Familie aktiviert, um durstige und hungrige Radfahrer im Handumdrehen zu versorgen. Gastfreundschaft ist den Griechen nach wie vor sehr wichtig. Tempel und tote Riesen Eher einsam ist es am Tempel der Demeter, der sagenhaften Göttin der Fruchtbarkeit und Landwirtschaft. Der Schwester des Zeus wurde einst in der Einöde südlich von Sangri gehuldigt, die Überreste des eindrucksvollen Tempels werden sehr ansprechend präsentiert, der Weg dorthin führt für Radler durch abgelegene Dörfer und über kurvige Sträßchen . Das gilt auch für unsere Tour hinauf in die Berge. Diese wachsen terrassenartig aus dem Inselinnern nach oben, daß der höchste Punkt genau 1001 Meter mißt, ahnt man bei der Anfahrt nicht. Man spürt die Berge aber in den Beinen . Trotz Ebike muß man ordentlich in die Pedale treten. Ein Stopp beim darniederliegenden Marmorjüngling Kouros im herrlich grünen Tal von Flerio kommt da gerade richtig. Der über fünf Meter große Riese ruht unter schattigen Platanen und Feigen, wieder zirpen die Zikaden, irgendwo plätschert es, es duftet nach Orangen und Zitronen… Ein Likörchen kann keiner verwörchen Über Melanes strampelt und schnauft das Bayern-Peloton hinauf ins Dorf Chalki, längst zum beliebten Ausflugsziel geworden. Pittoreske Gassen, viele Blumen, urige Kafenions, die bekannte Kitro-Destillerie der Familie Vallindras – Chalkli hat einiges zu bieten. Der Kitro-Likör wird aus den Blättern des immergrünen dornigen Kitro-Baum hergestellt und in drei Farbvarianten verkauft,je nach Alkoholgehalt. Stilvoll genießen ihn die Insulaner im Kitron-Cafe am Hafen von Naxos, wo es bis weit nach Mitternacht selbst an herbstlichen Abenden rund geht. Mit 60 Sachen den Berg hinab Wir gehen früher ins Bett, denn wir möchten noch die Nordküste erleben. Von der Chora, dem zitadellengekrönten Hauptort von Naxos, pedalieren wir windumtost auf kurviger Straße hoch über der brüllenden Brandung entlang. Ziegen und Schafe schauen verdutzt auf die buntgekleidete Menschenschlange,die sich schließlich auf Serpentinen hinab ins fruchtbare Tal von Engares stürzt. Der Tacho zeigt über 60 Kmh an , das Adrenalin schießt ins Blut, die Menge jauchzt. Über staubige Feldwege und durch dichte Schilfwälder hoppeln wir zum Strand von Amitis. Die dortige „Tropical-Bar“ ist nur im Hochsommer geöffnet, jetzt pfeift der Wind über den Tresen, wütend verteidigt von einem riesigen schwarzen Hund. Gottseidank hält ihn eine Kette von weiteren Aktionen ab… So können wir von der Kapelle Agios Georgios auf einer Klippe hoch überm weiten Strand aus ganz entspannt die wilden Wellen beobachten. Mit Stufe „Sport“ zur „Erleuchteten“ Auf dem Rückweg in die Chora klettern wir noch die engen Serpentinen hinauf zum Kloster Chrisostomos. Da schalten wir auf Stufe „Sport“ und lenken besonders vorsichtig. Doch die Mühe lohnt sich, das Panorama ist unbeschreiblich. Ohne Helm, mit bedeckten Schultern und Knieen betreten wir das Kloster, in dem nur noch eine Nonne die Stellung hält. „Fotini“ (dt. „Die Erleuchtete“) heißt die junge Frau, die uns die Geschichte dieser wie eine Festung an den Berg geklebten Kirchen-Burg erzählt. Ob sie denn auch mal Fahrrad fährt, will jemand von ihr wissen. Da lacht Fotini und schüttelt den Kopf: „Nein, auf Naxos radelt doch niemand. Beim Studium in Athen,ja, da nehme ich oft das Rad.“
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